Ab dem 1. Juli 2010 wird auch der Notrufnummer 141 zur Leitstelle von “144 Notruf NÖ” umgeleitet. Vorerst ist dieser Betrieb für ein halbes Jahr vorgesehen.
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Die Statistik für die Notrufnummer 112 in Finnland listet für 2009 mehr als 4 Millionen Notrufe auf. 75% dieser Notrufe wurden innerhalb von 5 Sekunden beantwortet, weitere 16% innerhalb der nächsten 5 Sekunden. 12% der Anrufer haben innerhalb der ersten 5 Sekunden wieder aufgelegt.
Detaillierte Statistiken für Finnland sind unter http://www.112.fi/index.php?pageName=statistics abrufbar.
Wird in Italien der Notruf 112 gewählt, gibt es keine vollständige Möglichkeit der Standortbestimmung des Anrufers. Diese ist insbesondere wesentlich, wenn der Anrufer (z.B. ein Tourist auf Urlaub in Italien) seinen genauen Aufenthaltsort nicht nennen kann. Laut Ansicht der Kommission stehen so natürlich Leben auf dem Spiel, da in jeder Notsituation das rasche Eintreffen von Rettungskräften essentiell ist.
Da Italien bis jetzt die EU Richtlinien zur Standinformation beim Notruf 112 noch immer nicht umgesetzt hat, wurde jetzt von der Kommission ein Zwangsgeld beantragt, siehe Presseaussendung.
Die Canadian Radio-Television and Telecommunications Commission (CRTC) hat einen Report zum Thema SMS und Notruf veröffentlicht.
Dabei wurden die folgenden Unzulänglichkeiten von SMS in Bezug auf Notrufe festgehalten:
- Priorität - Notruf-SMS werden nicht priorisiert.
- Netzempfang und Einbuchung des Mobiltelefons beim Betreiber erforderlich (keine Notruf-SMS ohne SIM-Karte oder über fremden Mobilfunkbetreiber ohne Roaming-Abkommen)
- ausreichendes Guthaben zum Versand der SMS (bzw. mehrere SMS Nachrichten) erforderlich
- Kanadische Provider haben teilweise Probleme mit dreistelligen Nummer als SMS-Ziel (die Nummer müsste mindestens fünfstellig sein - 911 könnte nicht geroutet werden)
- keine Bestätigung für den erfolgreichen SMS Versand vorgesehen
- SMS arbeitet nach dem Store-and-Forward Prinzip – Verzögerungen bei der Zustellung sind möglich und nicht voraussagbar (SMS ist kein Real-Time System)
- keine automatische Standortinformation in der SMS Nachricht
- SMS von ausländischen Roaming-Teilnehmer werden über das Heimat-Netz geroutet – eine korrekte Zustellung dieser Notruf SMS an die zuständige kanadische Notrufzentrale ist schwierig
Derzeit ist es in Kanada nicht möglich, die Notrufzentralen per SMS zu kontaktieren - es wird aber ein Feldversuch angedacht um weitere Erkenntnisse zu sammeln da SMS bei den Mobilfunkkunden ein sehr populäres Service ist.
Der vollständige Report ist unter http://www.crtc.gc.ca/public/cisc/es/ESRE0051.doc abrufbar.
Das FMK hat die Auswertung des Notruftickers für das Jahr 2009 veröffentlicht: Insgesamt wurden ca. 5,4 Millionen Notrufe in Österreich via Mobiltelefon abgesetzt. Im Jahr 2008 wurden noch 6,6 Millionen Notrufe vom Notrufticker gezählt.
2009 wurde der Euro-Notruf 112 über 1 Million mal via Handy angerufen. Polizei und Rettung verzeichneten rund 900.000 Anrufer, die Feuerwehr ca. 280.000 Anrufe. Die Bergrettung wurde 2009 nur 160.000 mal via Handy alarmiert. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Anrufe zur Notrufnummer für Kinder und Jugendliche (147 Rat auf Draht): 2009 wurden nur 739.000 Anrufe verzeichnet, 2008 waren es noch 1,2 Millionen.
Die Pressemitteilung mit den genauen Zahlen ist unter:
zu finden.
Hinweis: in der Aussendung des FMK werden die Nummern des ÖAMTC und ARBÖ zu den Notrufnummern gezählt. Dies ist allerdings nicht korrekt, da es sich bei diesen Nummer um eine öffentliche Kurzrufnummer für besondere Dienste (siehe Kommunikationsparameter-, Entgelt- und Mehrwertdiensteverordnung - KEM-V §21) handelt. Daher wird in der Presseaussendung auch von 7 Millionen “Notrufen” gesprochen.
Das Incident Tracking System aus Washington County (US) ist jetzt online verfügbar und kann unter der Webseite http://208.71.205.35/PITS/ aufgerufen werden. Einsätze werden dabei mit einer Kurzbeschreibung sowie der Einsatzadresse direkt auf einer Karte dargestellt.
Weiters wird in Washington County vor den derzeitigen Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit VoIP-basierten Notrufen auftreten können, gewarnt: http://www.wccca.com/documents/VoIPWarning%20Doc.pdf - eine Umsetzung der IETF Notrufarchitektur könnte diese Punkte lösen und würde für VoIP-Teilnehmer eine wesentliche Verbesserung bedeuten.
Die nächste Public Safety Communication Europe (PSCE) Forum Konferenz findet am 16. und 17. Juni 2010 in Wien statt.
Nähere Informationen sind demnächst auf http://www.psc-europe.eu zu finden.
Die Termine für die nächsten zwei Emergency Services Workshops sind nun fixiert:
ESW7:
11. bis 13. Mai 2010
College Park, MD, USA
ESW8:
20. bis 22. September 2010
Berlin, Deutschland
Detailierte Informationen zu diesen Workshops werden demnächst unter http://www.emergency-services-coordination.info verfügbar sein. Behandelt werden natürlich alle Themen im Zusammenhang mit IP basierten Notrufen, die Teilnahme ist sicher spannend und ermöglicht einen spannenden Erfahrungsaustausch.
Von der COCOM (COMMUNICATIONS COMMITTEE) wurde ein Report am 11.2. (dem Tag der Notrufnummer 112) zum Implementierungstatus von 112 in Europa veröffentlicht. Die Daten wurden von den einzelnen Ländern geliefert.
Die wichtigsten Daten, die Österreich betreffen:
Call-Setup-Zeit: 1 bis 3 Sekunden für Mobiltelefone und unter einer Sekunde im Festnetz (geschätze Werte)
Antwortzeit: 50% der Notrufe werden in 5 Sekunden beantwortet, 85% in 20 Sekunden beantwortet. Der Durchschnitt liegt bei 11 Sekunden. Diese Daten stammen aus Wien.
Rund 30% der Notrufe führen nicht zu einem Einsatz (falsche Anrufe usw.)
Standortinformation: die Abfrage kann bis zu 30 Minuten benötigen. Für Mobiltelefone wird die CellID /Standort der Basistation und falls verfügbar auch die Sektor ID geliefert. Dies funktioniert auch für Roming-Teilnehmer aus dem Ausland, allerdings nicht im Falle von National-Roaming (also wenn das Mobiltelefon einen fremden Netzbetreiber für den Notruf verwenden muß). Für Anrufe ohne SIM-Karte kann ebenfalls keine Standortinformation abgefragt werden.
Der Report ist unter
http://ec.europa.eu/information_society/activities/112/docs/cocom_report2010.pdf
http://ec.europa.eu/information_society/activities/112/docs/cocom_annex2010.pdf
verfügbar.
Ein Buch über das Next Generation 9-1-1- Projekt in den USA: Next Generation 9-1-1
