Das Incident Tracking System aus Washington County (US) ist jetzt online verfügbar und kann unter der Webseite http://208.71.205.35/PITS/ aufgerufen werden. Einsätze werden dabei mit einer Kurzbeschreibung sowie der Einsatzadresse direkt auf einer Karte dargestellt.
Weiters wird in Washington County vor den derzeitigen Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit VoIP-basierten Notrufen auftreten können, gewarnt: http://www.wccca.com/documents/VoIPWarning%20Doc.pdf - eine Umsetzung der IETF Notrufarchitektur könnte diese Punkte lösen und würde für VoIP-Teilnehmer eine wesentliche Verbesserung bedeuten.
Die nächste Public Safety Communication Europe (PSCE) Forum Konferenz findet am 16. und 17. Juni 2010 in Wien statt.
Nähere Informationen sind demnächst auf http://www.psc-europe.eu zu finden.
Die Termine für die nächsten zwei Emergency Services Workshops sind nun fixiert:
ESW7:
11. bis 13. Mai 2010
College Park, MD, USA
ESW8:
20. bis 22. September 2010
Berlin, Deutschland
Detailierte Informationen zu diesen Workshops werden demnächst unter http://www.emergency-services-coordination.info verfügbar sein. Behandelt werden natürlich alle Themen im Zusammenhang mit IP basierten Notrufen, die Teilnahme ist sicher spannend und ermöglicht einen spannenden Erfahrungsaustausch.
Von der COCOM (COMMUNICATIONS COMMITTEE) wurde ein Report am 11.2. (dem Tag der Notrufnummer 112) zum Implementierungstatus von 112 in Europa veröffentlicht. Die Daten wurden von den einzelnen Ländern geliefert.
Die wichtigsten Daten, die Österreich betreffen:
Call-Setup-Zeit: 1 bis 3 Sekunden für Mobiltelefone und unter einer Sekunde im Festnetz (geschätze Werte)
Antwortzeit: 50% der Notrufe werden in 5 Sekunden beantwortet, 85% in 20 Sekunden beantwortet. Der Durchschnitt liegt bei 11 Sekunden. Diese Daten stammen aus Wien.
Rund 30% der Notrufe führen nicht zu einem Einsatz (falsche Anrufe usw.)
Standortinformation: die Abfrage kann bis zu 30 Minuten benötigen. Für Mobiltelefone wird die CellID /Standort der Basistation und falls verfügbar auch die Sektor ID geliefert. Dies funktioniert auch für Roming-Teilnehmer aus dem Ausland, allerdings nicht im Falle von National-Roaming (also wenn das Mobiltelefon einen fremden Netzbetreiber für den Notruf verwenden muß). Für Anrufe ohne SIM-Karte kann ebenfalls keine Standortinformation abgefragt werden.
Der Report ist unter
http://ec.europa.eu/information_society/activities/112/docs/cocom_report2010.pdf
http://ec.europa.eu/information_society/activities/112/docs/cocom_annex2010.pdf
verfügbar.
Ein Buch über das Next Generation 9-1-1- Projekt in den USA: Next Generation 9-1-1
Die Normungsorganisation ECMA International hat einen technischen Report zum Thema “Next Generation Corporate Networks (NGCN) - Emergency Calls” veröffentlicht (ECMA TR/101).
Das Dokument bezieht sich dabei auf das von der IETF ausgearbeitete Emergency Calling Framwork. Im Report werden einige Standartisation Gaps aufgelistet. Zunächst wird bemängelt, daß es derzeit für Firmen, die eigenen Firmen-Notrufdienste verwenden, keine speziellen Service-URNs gibt. Natürlich wäre es für eine Firma möglich, einen privaten LoST-Tree aufzusetzen um mit entsprechenden Service URNs bestimme interne Notrufzentralen zu erreichen. Die Clients im Firmennetzwerk müssen bei der LoST-Discovery nur den Firmen-LoST-Server zuerst befragen (bzw. den firmeneigenen LoST Resolver). Dieser würde dann für die firmeninternen Notrufdienste auf den eigenen LoST Server verweisen, bei anderen Service URNs wie urn:service:sos auf die öffentliche LoST-Infrastruktur. Es muss dazu also ein LoST Resover und ein eigenen private LoST Tree aufgesetzt werden.
Weiters wird eine explizite Angabe der Standortinformation relativ zu einem Access-Point vermisst. Bei der IETF ist ein Dokument zu relativ-location in Diskussion. Allerdings kann die Standortinformation von Clients in der Nähe einen WLAN Access-Points durch die Angabe von einem Punkt (dem genauen Standort des Access-Points) sowie der Angabe eines Radius erledigt werden, in dem sich der Client mit einer bestimmten Wahrscheinlich aufhalten wird. Hat der Access Point bessere Möglichkeiten zur Ermittlung des Standorts, können diese ebenfalls leicht auf die bestehenden Profile von PIDF-LO abgebildet werden.
Als dritte Standartisation Gap wird die Rückrufproblematik erwähnt. Derzeit wird in der IETF an einer Lösung gearbeitet.
Empfohlen wird die Verwendung von Location by Reference.
Der Report ist unter http://www.ecma-international.org/publications/techreports/E-TR-101.htm abrufbar.
Shelby County im US-Bundesstaat Alabama hat rund 143.000 Einwohner und unter der Nummer 911 gehen 150.000 Notrufe pro Jahr ein.
Rund 12% der Anrufe zu 911 stellten sich als irrtümliche Wahl heraus, ca. 3% der Anrufe wurden als unangebrachte Notrufe eingestuft.
Die gesamte Statistik ist unter http://www.shelby911.org/callstats/Statistics_Summary.htm abrufbar.
Die EENA (European Emergency Number Association) hat eine Sub-Arbeitsgruppe zum Thema “Civic Location Profiling” gestartet. Ziel ist es, die Arbeiten an den Civic Address Considerations Dokumenten zu koordinieren. Um lokale Adressdaten im internationalen IETF-Format übertragen zu können, sind gewisse (nationale) Regeln nötig, um interoperabilität sicherzustellen.
Für Österreich ist bereits ein solches Dokument verfügbar. Für Nordamerika und UK wird ebenfalls bereits an einem Dokument gearbeitet.
Weitere Informationen zum diesem Thema.
Charta der EENA NG112 Civic location Profiling Sub-Group
Die NENA (National Emergency Number Association) hält in den USA derzeit den ersten ICE (Industry Collaboration Event) zum Thema NG911 ab.
An diesem Event nehmen Hersteller von NG911-Lösungen teil, um Ihre Produkte zu testen und zu validieren. Über 15 Hersteller werden zu diesem NENA-Event erwartet, der sicherlich zur Verbesserung der NG911-Implementierungen beitragen kann.
NENA-ICE-Webpage: http://www.nena.org/ng9-1-1/ice